Spiel ohne Grenzen?
Spiel ohne Grenzen?
unter Mitwirkung von Catherine Colliot-Thélène
Redaktion: Erika Mursa
Gunter Narr Verlag Tübingen
275 S., 26,80 € (Oktober 2002)
Geisteswissenschaften sind in Deutschland und Frankreich alles andere als wesensmäßig "grenzüberschreitend" (Jauß). Dies zeigen Erhebungen über ihren Austausch von 1995 bis 2000 in sechs Schlüsseldisziplinen (Philosophie, Geschichte, Romanistik, Germanistik, Politologie, Soziologie). Die Produktion akademischer Kollegen im Nachbarland wird zwar recht rege rezensiert. In die wissenschaftlichen Debatten jedoch finden aktuelle Forschungserträge jenseits des Rheins nur in Ausnahmefällen Eingang - fast stets unter der zwingenden Voraussetzung, dass sie übersetzt vorliegen. Den spärlichen Austausch zu beschleunigen und zu verbreitern, ist dringendes Anliegen der deutschen wie französischen Autoren des Bandes. Sie machen dazu wissenschaftspolitische Vorschläge und geben praxisorientierte Hilfen hinsichtlich der wichtigsten Vermittlungsinstanzen (Verlage, Übersetzer, Rezensenten usf.).
Aus dem Inhalt:
Philosophie
Catherine Colliot-Thélène/Sonja Asal/Anne Koban, Wo bleiben die Zeitgenossen?
Sonja Asal/Jean-François Kervégan, Und nochmals: Triumph der Tradition
Geschichtswissenschaften
Gerd Krumeich/ Thomas Beckers, Zeitgeschichte aktuell?
Gabriele Lingelbach, Geringe Wahrnehmung als Tradition
Germanistik/Romanistik
Fritz Nies/ Nathalie Lemmens, Eher dürftig? Romanistik in Frankreich, französische Sprach- und Literaturwissenschaft im deutschsprachigen Raum
Isabelle Kalinowski/Michael Werner, Ganz schön narzißtisch? Deutschsprachige Germanistik in Frankreich, französische Germanistik im deutschsprachigen Raum
Sozialwissenschaften
Joachim Schild/Sibylle Langer, "Klassische" Soziologie beherrscht das Feld
Vincent Hoffmann-Martinot, Weber, Simmel, Habermas - und nicht viel mehr?